Die Bewertungsmatrix ist ein zentrales Instrument für eine transparente, nachvollziehbare und rechtssichere Angebotswertung im Vergabeverfahren. Insbesondere bei qualitativen Zuschlagskriterien müssen Kriterien, Gewichtungen und Bewertungsmaßstäbe so festgelegt werden, dass Angebote nach einheitlichen Maßstäben beurteilt und Wertungsentscheidungen nachvollziehbar dokumentiert werden können.
Das kompakte Seminar vermittelt die vergaberechtlichen Anforderungen an die Erstellung und Anwendung von Bewertungsmatrizen. Behandelt werden die Festlegung und Gewichtung von Zuschlagskriterien, die Bewertung von Preis und Qualität sowie die Abgrenzung zwischen formaler Angebotsprüfung und eigentlicher Angebotswertung. Darüber hinaus werden Dokumentationspflichten, Lebenszykluskosten und der Umgang mit ungewöhnlich niedrigen Angeboten berücksichtigt. Die Anforderungen im Ober- und Unterschwellenbereich werden praxisnah eingeordnet.
Zielgruppe:
Das Seminar richtet sich an Mitarbeitende von Vergabe- und Beschaffungsstellen sowie an Fach- und Führungskräfte öffentlicher Auftraggeber, die Vergabeverfahren vorbereiten, durchführen, begleiten oder Wertungsentscheidungen treffen und dokumentieren.
Details zum Inhalt:
- Vergabegrundsätze bei der Angebotswertung
- Aufbau und Anwendung einer Bewertungsmatrix
- Festlegung geeigneter Zuschlagskriterien
- Auftragsbezug und Bestimmtheit der Kriterien
- Gewichtung und Gewichtungsspannen
- Bewertung von Preis, Kosten und qualitativen Kriterien
- Abgrenzung zwischen Angebotsprüfung und Angebotswertung
- Dokumentation und Begründung der Wertungsentscheidung
- Lebenszykluskosten und ungewöhnlich niedrige Angebote
- Besonderheiten im Ober- und Unterschwellenbereich
Lernziele:
Die Teilnehmenden lernen, Bewertungsmatrizen unter Beachtung der vergaberechtlichen Grundsätze zu erstellen und anzuwenden. Sie können Zuschlagskriterien und deren Gewichtung rechtssicher einordnen, Angebote anhand nachvollziehbarer Maßstäbe bewerten und Wertungsentscheidungen ordnungsgemäß dokumentieren. Gleichzeitig entwickeln sie ein Verständnis dafür, an welchen Stellen bei der Gestaltung und Anwendung von Bewertungsmatrizen typische rechtliche Risiken entstehen.
Vorteile und Nutzen:
- Mehr Sicherheit bei der Erstellung von Bewertungsmatrizen
- Rechtssichere Festlegung und Gewichtung von Zuschlagskriterien
- Nachvollziehbare und transparente Angebotsbewertungen
- Sichere Abgrenzung von Angebotsprüfung und Angebotswertung
- Vermeidung typischer Fehler bei Wertungsentscheidungen
- Kompakter Überblick für die unmittelbare Vergabepraxis
Hinweis zum Zeitfenster
Dieses Seminar wird als kompaktes 3-Stunden-Format angeboten:
- Vormittag: 09:00 – 12:00 Uhr
Gesetzliche Grundlagen und Abkürzungen
Im Seminar werden verschiedene Gesetze und Verordnungen behandelt. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der im Seminar verwendeten Abkürzungen und ihrer offiziellen Bezeichnungen.
- GWB – Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen
- VgV – Vergabeverordnung
- UVgO – Unterschwellenvergabeordnung




