Wildschäden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen erfordern eine fachgerechte und nachvollziehbare Bewertung. Neben den jagdrechtlichen Grundlagen sind dafür Kenntnisse über schadensverursachende Wildarten, landwirtschaftliche Kulturen, Vegetationsstadien und Ertragserwartungen erforderlich. Eine sachgerechte Schadensaufnahme und Dokumentation bilden die Grundlage für die Ermittlung des entstandenen Schadens und eine mögliche Regulierung.
Das zweitägige Seminar vermittelt die rechtlichen, wildbiologischen und landwirtschaftlichen Grundlagen für die Tätigkeit als Wildschadensschätzer. Im Mittelpunkt stehen die systematische Schadensaufnahme, die Bewertung unterschiedlicher Schadensbilder, die Berechnung des Schadens und die nachvollziehbare Dokumentation der Ergebnisse. Praxisnahe Fallbeispiele unterstützen die Übertragung der vermittelten Kenntnisse auf typische Schadensfälle in der Landwirtschaft.
Hinweis: Für die Bewertung von Wildschäden im Forstbereich bieten wir ergänzend das Seminar „Qualifizierung zum Wildschadensschätzer in der Forstwirtschaft (2 Tage)“ an.
Zielgruppe:
Das Seminar richtet sich an Mitarbeiter in Jagd- und Ordnungsbehörden, Kommunen und anderen mit Wildschadensangelegenheiten befassten Stellen sowie an Personen, die Wildschäden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen fachgerecht aufnehmen, bewerten und dokumentieren oder sich für eine Tätigkeit als Wildschadensschätzer qualifizieren möchten.
Details zum Inhalt:
- Rechtliche Grundlagen der Wildschadensschätzung
- Wildschadensersatzrecht nach dem BJagdG
- Landesrechtliche Regelungen zum Wildschadensersatz
- Verfahrensrecht und maßgebliche Fristen
- Grundlagen der Wildbiologie
- Schadensverursachende Wildarten
- Verhalten und Lebensweise relevanter Wildarten
- Erkennen und Zuordnen unterschiedlicher Schadensbilder
- Landwirtschaftliche Grundlagen für die Schadensbewertung
- Ackerkulturen und Grünland
- Berücksichtigung unterschiedlicher Vegetationsstadien
- Grundlagen der Ertragsberechnung und Bonitierung
- Methoden der Wildschadensschätzung
- Systematische Aufnahme von Wildschäden
- Dokumentation festgestellter Wildschäden
- Berechnung und Bewertung des entstandenen Schadens
- Anwendung geeigneter Schätzrahmen
- Erstellung nachvollziehbarer Gutachten
- Konfliktmanagement bei Wildschadensfällen
- Vermittlung zwischen Jagdausübungsberechtigten und Geschädigten
- Möglichkeiten einer außergerichtlichen Einigung
- Bearbeitung typischer Fallbeispiele
Lernziele:
Die Teilnehmenden kennen die wesentlichen rechtlichen, wildbiologischen und landwirtschaftlichen Grundlagen der Wildschadensschätzung. Sie können typische Schadensbilder erkennen und unterschiedlichen Wildarten zuordnen, Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen systematisch erfassen und die für eine Bewertung erforderlichen Faktoren berücksichtigen. Darüber hinaus können sie Schäden nachvollziehbar berechnen und dokumentieren und kennen die Bedeutung einer sachlichen Vermittlung zwischen den Beteiligten.
Vorteile und Nutzen:
- Fundierte Kenntnisse für die Wildschadensschätzung in der Landwirtschaft
- Kenntnis der wesentlichen jagdrechtlichen Grundlagen
- Sichereres Erkennen und Zuordnen typischer Wildschäden
- Besseres Verständnis landwirtschaftlicher Kulturen und Vegetationsstadien
- Mehr Sicherheit bei der systematischen Schadensaufnahme
- Nachvollziehbare Berechnung und Dokumentation von Wildschäden
- Praxisorientierte Anwendung von Schätzmethoden und Schätzrahmen
- Mehr Sicherheit im Umgang mit Konflikten zwischen den Beteiligten
- Praxisnahe Einordnung typischer Fälle der Wildschadensschätzung
Gesetzliche Grundlagen und Abkürzungen
Im Seminar werden verschiedene Gesetze und gesetzliche Regelungen behandelt. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der im Seminar verwendeten gesetzlichen Grundlagen und Abkürzungen.
- BJagdG – Bundesjagdgesetz
- Landesjagdgesetz – Jagdrechtliche Regelungen des jeweiligen Bundeslandes




