Verstöße gegen das Hinweisgeberschutzgesetz können für Behörden, öffentliche Einrichtungen und verantwortliche Personen erhebliche rechtliche und finanzielle Folgen haben. Fehlende Meldestellen, Verletzungen der Vertraulichkeit oder unzulässige Benachteiligungen hinweisgebender Personen bergen Risiken, die von Schadensersatzansprüchen bis zu Bußgeldern reichen können.
Das Seminar vermittelt die wesentlichen Haftungsrisiken und Sanktionsmöglichkeiten nach dem Hinweisgeberschutzgesetz. Anhand typischer Fehlerquellen wird erläutert, welche Pflichten beim Betrieb interner Meldestellen zu beachten sind, wann rechtliche Konsequenzen drohen und wie sich Risiken durch klare Zuständigkeiten und rechtssichere Verfahren reduzieren lassen.
Zielgruppe:
Beschäftigte interner Meldestellen, Compliance-Beauftragte, Führungskräfte, Mitarbeiter aus Personalämtern und Rechtsabteilungen sowie Verantwortliche für die Einrichtung und Organisation von Hinweisgebersystemen in Behörden und öffentlichen Einrichtungen.
Details zum Inhalt:
- Haftungsrisiken und Sanktionsmöglichkeiten nach dem Hinweisgeberschutzgesetz
- Pflichten zur Einrichtung und zum ordnungsgemäßen Betrieb interner Meldestellen
- Behinderung von Meldungen und unzulässige Einflussnahme auf Hinweisgeber
- Repressalienverbot, Beweislastregelung und Schadensersatzansprüche
- Verletzung der Vertraulichkeit und unzulässige Offenlegung von Identitäten
- Datenschutzrechtliche Risiken bei der Weitergabe von Meldedaten
- Fehler bei der Prüfung und Bearbeitung eingehender Hinweise
- Schutz bei gutgläubigen Meldungen und Folgen vorsätzlich oder grob fahrlässig unrichtiger Meldungen
- Unwirksamkeit von Vereinbarungen zur Einschränkung gesetzlicher Hinweisgeberrechte
- Organisationspflichten, Zuständigkeiten und Dokumentation interner Untersuchungen
- Arbeitsrechtliche Konsequenzen und Haftungsfragen bei fehlerhaften Personalmaßnahmen
Lernziele:
Die Teilnehmer lernen, typische Verstöße gegen das Hinweisgeberschutzgesetz und deren mögliche rechtliche Folgen zu erkennen. Sie können Haftungs- und Sanktionsrisiken besser einschätzen, die Pflichten verantwortlicher Stellen einordnen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von Rechtsverstößen berücksichtigen.
Vorteile und Nutzen:
- Mehr Rechtssicherheit beim Betrieb interner Meldestellen
- Besseres Verständnis möglicher Haftungsfolgen und Sanktionen
- Frühzeitiges Erkennen typischer Rechts- und Organisationsrisiken
- Vermeidung unzulässiger Benachteiligungen und Vertraulichkeitsverstöße
- Unterstützung bei der rechtssicheren Bearbeitung und Dokumentation von Hinweisen
Gesetzliche Grundlagen und Abkürzungen
Im Seminar werden insbesondere folgende rechtliche Grundlagen berücksichtigt:
- §§ 33–35 HinSchG – Voraussetzungen des Hinweisgeberschutzes und Schutz vor bestimmten Verantwortlichkeiten
- § 36 HinSchG – Repressalienverbot und gesetzliche Beweislastregelung
- §§ 37–38 HinSchG – Schadensersatz bei Repressalien und unrichtigen Meldungen
- § 39 HinSchG – Verbot der Einschränkung gesetzlicher Hinweisgeberrechte
- § 40 HinSchG – Bußgeldvorschriften bei bestimmten Verstößen gegen das Hinweisgeberschutzgesetz
- §§ 8–11 HinSchG – Vertraulichkeit, Verarbeitung personenbezogener Daten und Dokumentation
- §§ 12, 15, 17–18 HinSchG – Einrichtung, Organisation und Aufgaben interner Meldestellen
- §§ 30, 130 OWiG – Geldbußen gegen juristische Personen und Verletzung von Aufsichtspflichten, soweit anwendbar
- §§ 249 ff., 280 und 823 BGB – Schadensersatzrechtliche Grundlagen
- § 626 BGB und § 1 KSchG – Arbeitsrechtliche Anforderungen an Kündigungen
- Art. 5, 6, 32, 82 und 83 DSGVO – Datenschutzpflichten, Schadensersatz und Sanktionen




