Die rechtmäßige und wirtschaftliche Verwendung öffentlicher Fördermittel stellt hohe Anforderungen an Bewilligungsstellen, Zuwendungsempfänger und interne Kontrollsysteme. Fehler bei der Bewilligung, Mittelverwendung oder Verwendungsnachweisprüfung können erhebliche finanzielle Folgen haben und Rückforderungen, Zinsansprüche oder weitere rechtliche Konsequenzen auslösen.
Das Seminar vermittelt die wesentlichen Grundlagen des Zuwendungsrechts aus Sicht der Innenrevision. Im Mittelpunkt stehen typische Fehlerquellen und Prüfungsrisiken entlang des gesamten Förderverfahrens – von der Bewilligung über die Mittelverwendung bis zur Erfolgskontrolle. Dabei werden insbesondere die Anforderungen an eine nachvollziehbare, rechtssichere und wirtschaftliche Fördermittelverwaltung betrachtet.
Zielgruppe:
Beschäftigte der Innenrevision und Rechnungsprüfung, Mitarbeiter aus Fördermittel- und Bewilligungsstellen, Kämmereien und Finanzverwaltungen sowie Verantwortliche für interne Kontrollen und die Prüfung öffentlicher Zuwendungen in Behörden und Kommunen.
Details zum Inhalt:
- Grundlagen des Zuwendungsrechts und Prüfungsaufgaben der Innenrevision
- Bewilligungsvoraussetzungen, öffentliches Interesse und Dokumentationspflichten
- Vorzeitiger Maßnahmenbeginn und Auswirkungen auf die Förderfähigkeit
- Finanzierungsarten sowie Umgang mit Einsparungen und Mehreinnahmen
- Erkennung von Doppelförderungen und unzulässigen Mehrfachfinanzierungen
- Zweckentsprechende Mittelverwendung und Prüfung der Förderbedingungen
- Vergaberechtsverstöße und mögliche Auswirkungen auf die Förderung
- Verwendungsnachweise, Belegprüfung und Nachvollziehbarkeit von Ausgaben
- Mittelabrufe, Verwendungsfristen und mögliche Zinsansprüche
- Rücknahme, Widerruf und Rückforderung von Zuwendungen
- Erfolgskontrolle und Bewertung der Zielerreichung
- Interessenkonflikte, Korruptionsrisiken und interne Kontrollmechanismen
Lernziele:
Die Teilnehmer lernen, typische Fehler und Risiken in Zuwendungsverfahren systematisch zu erkennen und rechtlich einzuordnen. Sie können Bewilligungsentscheidungen, Mittelverwendung und Verwendungsnachweise gezielter prüfen, Schwachstellen in internen Kontrollsystemen identifizieren und die Einhaltung haushalts- und zuwendungsrechtlicher Anforderungen besser beurteilen.
Vorteile und Nutzen:
- Mehr Sicherheit bei der Prüfung öffentlicher Fördermittelverfahren
- Frühzeitiges Erkennen von Bewilligungs- und Verwendungsfehlern
- Besseres Verständnis von Rückforderungs- und Haftungsrisiken
- Unterstützung bei der Bewertung interner Kontrollmechanismen
- Praxisorientierte Orientierung für eine nachvollziehbare und wirtschaftliche Fördermittelverwaltung
Gesetzliche Grundlagen und Abkürzungen
Im Seminar werden insbesondere folgende rechtliche Grundlagen berücksichtigt:
- §§ 23, 44 BHO/LHO – Voraussetzungen, Bewilligung und Prüfung öffentlicher Zuwendungen
- Verwaltungsvorschriften zu § 44 BHO/LHO – Vorgaben für Bewilligung, Mittelabruf und Verwendungsnachweise
- ANBest-P, ANBest-I und ANBest-Gk – Allgemeine Nebenbestimmungen für Zuwendungen, soweit einbezogen
- §§ 35–36 VwVfG – Verwaltungsakte und Nebenbestimmungen
- §§ 48–49a VwVfG – Rücknahme, Widerruf, Erstattung und Verzinsung
- §§ 28, 39 VwVfG – Anhörung und Begründung von Verwaltungsentscheidungen
- § 7 BHO/LHO – Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit
- GWB, VgV und UVgO – Vergaberechtliche Anforderungen, soweit anwendbar
- Art. 107–109 AEUV und EU-Förderrecht – Europäisches Beihilfenrecht und besondere Fördervorgaben
- §§ 263, 264 StGB – Betrug und Subventionsbetrug bei strafrechtlich relevanten Sachverhalten




