Mobbing kann die Gesundheit von Beschäftigten erheblich beeinträchtigen und zugleich das Arbeitsklima, die Zusammenarbeit und die Leistungsfähigkeit einer Organisation belasten. Wirksame Mobbingprävention setzt deshalb nicht erst ein, wenn Konflikte bereits eskaliert sind. Arbeitgeber und Führungskräfte können durch geeignete Strukturen, klare Verhaltensregeln und frühzeitiges Handeln dazu beitragen, Risiken zu erkennen und problematischen Entwicklungen entgegenzuwirken.
Das Seminar vermittelt die wesentlichen Grundlagen der Mobbingprävention und zeigt, wie präventive Maßnahmen in den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie in betriebliche und dienstliche Strukturen eingebunden werden können. Im Mittelpunkt stehen die Berücksichtigung psychischer Belastungen bei der Gefährdungsbeurteilung, organisatorische Schutzmaßnahmen, Beteiligungsmöglichkeiten der Interessenvertretungen sowie der Umgang mit ersten Anzeichen problematischer Entwicklungen. Ergänzend werden die wichtigsten arbeits-, gleichbehandlungs-, persönlichkeits- und strafrechtlichen Berührungspunkte behandelt.
Zielgruppe:
Das Seminar richtet sich an Führungskräfte und Mitarbeiter in Behörden, Kommunen und anderen öffentlichen Einrichtungen, die Verantwortung für Arbeitsorganisation, Personal, Arbeitsschutz oder Prävention tragen. Angesprochen sind insbesondere Beschäftigte aus Personalbereichen, Personal- und Interessenvertretungen, Arbeitsschutzverantwortliche sowie weitere innerbetriebliche Ansprechstellen.
Details zum Inhalt:
- Grundlagen und Ziele der Mobbingprävention
- Abgrenzung von Mobbing, Konflikten und anderen problematischen Verhaltensweisen
- Mobbing als Thema des Arbeits- und Gesundheitsschutzes
- Psychische Belastungen am Arbeitsplatz erkennen und berücksichtigen
- Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG
- Berücksichtigung psychischer Belastungen in der Gefährdungsbeurteilung
- Erkennen von Risikofaktoren in Arbeitsorganisation und Zusammenarbeit
- Frühzeitiges Wahrnehmen problematischer Entwicklungen
- Organisatorische Maßnahmen zur Mobbingprävention
- Klare Zuständigkeiten und innerbetriebliche Ansprechstellen
- Bedeutung von Führung und Kommunikation für die Prävention
- Entwicklung transparenter Verhaltens- und Verfahrensregeln
- Betriebs- und Dienstvereinbarungen zur Mobbingprävention
- Rolle und Beteiligung von Betriebs- und Personalräten
- Schutz- und Rücksichtnahmepflichten im Arbeitsverhältnis
- Mobbing im Zusammenhang mit Benachteiligung und Belästigung nach dem AGG
- Menschenwürde und Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten
- Mögliche Schadensersatz- und Entschädigungsansprüche
- Dokumentation und Umgang mit Hinweisen auf Mobbing
- Handlungsmöglichkeiten bei ersten Anzeichen und konkreten Vorfällen
- Strafrechtliche Berührungspunkte bei Beleidigung, Bedrohung oder Körperverletzung
- Zusammenspiel von Prävention, Arbeitsschutz und Personalverantwortung
Lernziele:
Die Teilnehmenden verstehen Mobbingprävention als Bestandteil des Arbeits- und Gesundheitsschutzes und kennen wichtige organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen. Sie können Risikofaktoren und erste Anzeichen problematischer Entwicklungen besser erkennen und geeignete präventive Maßnahmen einordnen. Darüber hinaus kennen sie die Bedeutung der Gefährdungsbeurteilung, die Beteiligungsmöglichkeiten der Interessenvertretungen sowie wichtige arbeits-, gleichbehandlungs- und persönlichkeitsrechtliche Zusammenhänge.
Vorteile und Nutzen:
- Stärkerer Fokus auf frühzeitige Prävention statt nachträglicher Konfliktbearbeitung
- Besseres Verständnis von Mobbing als Arbeitsschutzthema
- Mehr Sicherheit bei der Berücksichtigung psychischer Belastungen
- Kenntnis organisatorischer Möglichkeiten zur Mobbingprävention
- Frühzeitigeres Erkennen problematischer Entwicklungen
- Klarere Einordnung der Verantwortung von Führung und Organisation
- Besseres Verständnis der Rolle von Personal- und Interessenvertretungen
- Mehr Sicherheit bei wichtigen rechtlichen Rahmenbedingungen
- Ansätze für klare Zuständigkeiten und innerbetriebliche Präventionsstrukturen
Gesetzliche Grundlagen und Abkürzungen
Im Seminar werden verschiedene Gesetze und rechtliche Grundlagen behandelt. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der im Seminar verwendeten gesetzlichen Grundlagen und Abkürzungen.
- ArbSchG – Arbeitsschutzgesetz
- § 5 ArbSchG – Beurteilung der Arbeitsbedingungen einschließlich psychischer Belastungen
- AGG – Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz
- BGB – Bürgerliches Gesetzbuch
- GG – Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
- BetrVG – Betriebsverfassungsgesetz
- Personalvertretungsrecht – Personalvertretungsgesetze des Bundes und der Länder
- StGB – Strafgesetzbuch




