Ist nach einem Erbfall unklar, wer Erbe geworden ist, kann die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses besondere Maßnahmen erfordern. Die Nachlasspflegschaft dient dazu, den Nachlass bis zur Feststellung der Erben zu sichern und deren Interessen zu wahren. Dabei stellen sich sowohl materiell-rechtliche als auch verfahrensrechtliche Fragen.
Das Seminar vermittelt die wesentlichen rechtlichen Grundlagen der Nachlasspflegschaft und behandelt deren Anordnung, Aufgaben und praktische Durchführung. Im Mittelpunkt stehen die Voraussetzungen für die Bestellung eines Nachlasspflegers, die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses sowie die Ermittlung unbekannter Erben. Darüber hinaus werden das gerichtliche Verfahren, die Beteiligung des Nachlasspflegers und die Feststellung des Fiskalerbrechts behandelt.
Zielgruppe:
Das Seminar richtet sich an Mitarbeiter in Nachlassgerichten, Rechtsämtern und anderen öffentlichen Stellen, die mit Nachlassangelegenheiten, der Sicherung von Nachlässen, der Ermittlung unbekannter Erben oder Fragen des Fiskalerbrechts befasst sind.
Details zum Inhalt:
- Rechtliche Grundlagen der Nachlasspflegschaft
- Voraussetzungen für die Sicherung des Nachlasses
- Anordnung einer Nachlasspflegschaft
- Bestellung des Nachlasspflegers
- Nachlasspflegschaft auf Antrag
- Zuständigkeit des Nachlassgerichts
- Aufgaben und Stellung des Nachlasspflegers
- Sicherung und Verwaltung des Nachlasses
- Umgang mit unbekannten oder noch nicht feststehenden Erben
- Ermittlung möglicher Erben
- Öffentliche Aufforderung zur Anmeldung von Erbrechten
- Feststellung des Fiskalerbrechts
- Rechtsstellung des Fiskus im Nachlassverfahren
- Nachlasssachen nach dem FamFG
- Gerichtliche Zuständigkeiten und Beteiligte des Verfahrens
- Beteiligung des Nachlasspflegers am gerichtlichen Verfahren
- Typische Fragestellungen aus der Praxis der Nachlasspflegschaft
Lernziele:
Die Teilnehmenden kennen die rechtlichen Voraussetzungen und wesentlichen Verfahrensschritte der Nachlasspflegschaft. Sie können die Voraussetzungen für Sicherungsmaßnahmen und die Bestellung eines Nachlasspflegers einordnen und kennen dessen Aufgaben und Stellung. Darüber hinaus verstehen sie die Zusammenhänge zwischen Nachlasssicherung, Erbenermittlung und Fiskalerbrecht und können die maßgeblichen verfahrensrechtlichen Regelungen in der Praxis anwenden.
Vorteile und Nutzen:
- Sicherer Umgang mit den Grundlagen der Nachlasspflegschaft
- Bessere Einordnung notwendiger Maßnahmen zur Nachlasssicherung
- Kenntnis der Voraussetzungen für die Bestellung eines Nachlasspflegers
- Mehr Sicherheit bei Verfahren mit unbekannten Erben
- Besseres Verständnis der Erbenermittlung
- Kenntnis der Voraussetzungen und Bedeutung des Fiskalerbrechts
- Sicherere Einordnung gerichtlicher Zuständigkeiten und Beteiligungsrechte
- Praxisorientierte Unterstützung bei der Bearbeitung von Nachlasssachen
Gesetzliche Grundlagen und Abkürzungen
Im Seminar werden verschiedene Gesetze und gesetzliche Regelungen behandelt. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der im Seminar verwendeten gesetzlichen Grundlagen und Abkürzungen.
- BGB – Bürgerliches Gesetzbuch
- §§ 1960–1962 BGB – Sicherung des Nachlasses und Nachlasspflegschaft
- §§ 1964–1966 BGB – Fiskalerbrecht und Feststellung des Erbrechts
- FamFG – Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit
- §§ 342–345 FamFG – Nachlasssachen, Zuständigkeit und Beteiligte des Verfahrens




